Mehr soziale Würde für Gewerkschaften

=        vox7.com/vew-agit.htm



A.   Mehr soziale Würde für Gewerkschaften (-'VEW-AGIT -)

Deutschlands Probleme dieser Jahre beruhen im Wesentlichen darauf, daß die Gewerkschaften von ihrer Aufgabe der sozialen Würde für Schwache zu weit entfernt wurden - auf Betreiben der Mitglieder. daß man immer die Funktionäre anklagt, ist eine unzulässige Vereinfachung.

Die Gewerkschaftsfunktionäre wissen:   Ihre Mitgliederzahl steigt/sinkt über lange Zeiträume in etwa proportional zu den mit der latenten Streikdrohung erreichten Gehaltserhöhungen. Die Gewerkschaftsfunktionäre führen nur einfach aus, was die Mehrheit der Arbeitsplatzbesitzenden mit streikgeeigneten Machtpositionen über den Mitgliedschaftsbeitrag anweist.

Die historische Rolle der Gewerkschaften ist unstreitig. Sie stehen für die erreichte institutionelle Konkretisierung des Sozialprinzips. Dieses ist im Grundgesetz verankert, ebenso das Streikrecht (wenn auch verschleiert durch die tatsächlich so gemeinten Klausel der Koalierungsfreiheit).

Anmerkung: Das Grundgesetz schreibt einen sozialen Staat vor, nicht einen ,,Sozialstaat''. Dieser fundamentale Unterschied wird oft übersehen.

Es handelt sich bei der Sozialpflicht von Staat und Gesellschaft um eine Jahrhunderte umfassende Entwicklung der Neuzut. Beispielsweise ist mit dem Schlagwort der ,,Fraternité'' der französischen Revolution nicht revolutionäre Verbrüderung im Kampf gemeint. sondern ebenfalls die Sozialpflicht des Staates und der Bürger.

Von der Regel bis zur Konkretisierung war ein weiter Weg. Hierbei wurden den Gewerkschaften schließlich so weitgehende Streit- und Streikrechte eingeräumt, daß unsoziale Ausnutzung möglich wurde und zunehmend die Regel wurde. Damit aber haben die Gewerkschaften einen Teil ihrer sozialen Würde verloren.

Dieses Überschreiten der Grenzen ist rückgängig zu machen. Wenn die Gewerkschaftsmitglieder ihre Funktionäre nicht freiwillig zu dieser Rückkehr zur sozialen Würde ermächtigen wollen, so muß der neutrale Staat die Rechtslage ändern.

Die SPD wagt es nicht, weil sie im Prinzip überhaupt nur mit Hilfe der Gewerkschaften Wahlen gewonnen hat und gewinnen kann. Die CDU wagt es nicht, weil sie auf Bundesebene nie über ausreichend satte Mehrheiten verfügte, den Großkonflikt mit den Gewerkschaften zu wagen.

Er ist vermutlich unvermeidbar. Großbritannien hat ihn hinter sich gebracht. Deutschland und Frankreich haben den Großkonflikt mit den Gewerkschaften noch vor sich, den Konflikt, die Gewerkscfhaften auf die Verteidigung des Sozialen zurückzuregeln.

Den Gewerkschaften ist ihre soziale Würde zurückzugeben. Der Sündenfall, die gesamte Politik jahrzehntelang im Hintergrund zu dominieren, ist durch die Verfassung nicht gedeckt und muß enden.

Die Politik des Landes ist Sache der Parteien, der Parlamente, der Regierung. Gewerkschaften sind kein Verfassungsorgan und müssen zur Bescheidenheit ihrer sozialen Rolle zurückkehren.


B.   Fehlentwicklungen zur Gewerkschafts- Machtausübung (-'VEW-AGIT -)

Dies ist auf der Site vox7.com bereits an zahlreichen Stellen näher behandelt, verbunden mit den jeweiligen Sachthemen. Im wesentlichen handelt es sich um den Vorwurf, durch streik-erzwungene ,,Ausbeutung der Arbeitgeber'' die heutige Massenarbeitslosigkeit in Deutschland ausschlaggebend verursacht zu haben:

Das ökonomisch sinnvolle Kapital der Arbeitsplatzschaffer wurde zu weitgehend umverteilt an Konsumenten (Teil-Enteignung der Arbeitgeber). Die Konsumenten haben das Zusatzgeld schlicht und einfach verkonsumiert. Sie haben ihre eigenen Arbeitsplätze ,,aufgegessen'', über 35 Jahre verteilt. Dafür büsst nun ein Viertel der deutschen Bürger mit Massenarbeitslosigkeit.

Dies wäre also ein 35 Jahre dauernder Sündenfall - seit etwa 1970 - , mit dem die Gewerkschaften ihre Unschuld der Sozialverpflichtung verloren haben. Im übrigen wirkt die Massenarbeitslosigkeit heute einkommensenkend für alle. Damit ist auch das Ziel des übersetzten Konsumegoismus verfehlt worden.

Eine von vielen Fundstellen für Näheres ist hier:
,,Einkommensdifferenzierung für Neue Bundesländer ist nützlich:''    vox7.com/ves-regn-de.htm


C.   ,,Streikrecht ist eine Errungenschaft der Gewerkschaften!''...? - Falsch!

Der wohl erste geschichtlich dokumentierte Arbeiterstreik?

1154 v.Chr., inner-ägyptische Gastarbeiter bei Erstellung der herrschaftlichen Gräber.
Modern - schon mit Streikmotto: ,,Wegen Hunger und Durst sind wir hierhergekommen.'' - ..Durst'' war Umschreibung für ,,Bier'' - genauso wie wir von ,,Trinkern'' sprechen.
Die Arbeiter erhielten sodann mehr Essen, mehr Bier und mehr Lohn.

Vermutlich waren auch damals schon feste Baukosten projektiert worden. Es ist nicht überliefert, ob die Baukostenüberschreitungen durch Budgetaufstockung abgefangen werden konnten. Möglicherweise musste ein Teil dieer nicht-beamteten Arbeitsnehmer des öffentlichen Dienstes in die Arbeitslosigkeit entlassen werden, um die Arbeitsplätze der Verbleibenden und der ,,beamteten'' Angehörigen des öffentlichen Dienstes zu wahren.

Arabisches Sprichwort (frei übersetzt): ,,Es gibt nichts Neues zwischen Himmel und Erde.''





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