Deutschland ist zu ent-traumatisieren. Zurück zum Blick nach vorn.
Deutschland ist zu ent-traumatisieren vom 30-jährigen Weltkrieg 1914 bis 1945. Es muss fort von der künstlichen Fassade des sich überschätzenden Gutmenschentums der Traumatisierten. Es muss hin finden zur Leistungsgesellschaft, die wieder genug Geld hat für echtes Soziales und genug Zuversicht in die Zukunft. Änderung ist zu wagen, Neues ist zu wagen, Überholtes ist zu zerstören.
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Dieser Text entstand 2003.
Anfang 2009 wurden von dieser Website die meisten Texte entfernt, die Meinungen formulierten. Die folgende Analyse hätte demnach eigentlich gelöscht werden müssen? - Letztlich ist das Meiste des nachstehenden Textes eine geraffte Darstellung von abstrakt argumentierenden wissenschaftlichen Erörterungen. Dies soll gelegentlich in naher Zukunft für jeden Punkt aufgezeigt werden.
Der unsichtbare und unmessbare Teil der gesellschaftlichen Beziehungen und der Denkformen entzieht sich zwar einer exakten Definierbarkeit,
weil weder Zahlen noch Sprache die sehr komplexen Konturen und fließenden Übergänge eindeutig abbilden können. Irrig aber ist die Meinung vieler Naturwissenschaftler, man dürfe deshalb diesen Teil der Wissenschaften als minderwertig beiseite schieben, nämlich als zu unexakt. Die Wichtigkeit einer Wissenschaft ist nach der Wichtigkeit ihres Gegenstandes zu bemessen.
Schwer Definierbares, Unmessbares und nicht unmittelbar Sichtbares im Denken dominiert das Funktionieren der Zivilisation. Der Lösungsansatz zur wissenschaftlichen Fassbarkeit liegt bei Definitorik und Linguistik. Eine so gestaltete Objektivierung soll irgendwann für die Einzelpunkte der nachstehenden Liste hinzugefügt werden.
- Ende des Vorspanns - nun der Haupttext -
A. Deutschland ist zu ent-traumatisieren von dem 30-jährigen Weltkrieg 1914-1945 (-'VAY-TRAU-A--)
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Der erste Schritt, die Analyse der Traumatisierung, ist am Schluss: Abschnitt Z.
An sich ist es zur Zeit Vorliebe der Deutschen, dem Jammern immer den ersten Platz zu geben. Also wird es hier anders herum gemacht. Gejammert wird erst zum Schluss.
Nun das, was zur Ent-Traumatisierung und zur Normalisierung getan werden könnte:
B. Als Teil der Enttraumatisierung muß Deutschland zurückfinden zum Blick nach vorn:
Ja sagen zu geistiger Elite, zur Wissenschaft und zu neuen Technologien
(-'VAY-TRAU-B--)
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B.1. Wiederherstellung des Respektes von Elite und Spitzenklassifikation
in Gesetz, Wirtschaft, Wissenschaftsbetrieb.
Zur Zeit gilt in Deutschland Spitzenqualifikation zu oft als ein Störfaktor
der Karrierechancen für Mittelmäßige oder als unverdientes Privileg
von Leuten mit reichen Eltern.
B.2. Wissenschaftler arbeiten lassen.
Kostbare Wissenschaftler- Intelligenz nur noch für Wissenschaft arbeiten lassen -
freistellen von Bürokraten- Pflichten.
Wissenschaftsetats sofort der Verteilung durch Bürokratien entziehen.
B.3. Beendigung des Don-Quijote-Krieges gegen weltweit untentrinnbare Technologietrends.
B.4. Integrierten Wissenschaftsraum mit den östlichen neuen EU-Mitgliedern vorantreiben.
B.5. Freies Sofort-Aufenthaltsrecht für Spitzenexperten aller Länder der Erde.
B.6. Deutschland muß ohne Zaudern wieder die Brücke sein wollen...
Deutschland muß ohne Zaudern wieder die Brücke sein wollen
zwischen Ost und West - und zukünftig international -
für elitäre Wissenschaft, Technologie, Kultur.
Deutschland ist nach zwei verlorenen Weltkriegen
zu klein geworden in der wachsenden Weltbevölkerung für einen zukünftigen Alleingang.
Die äußeren Rahmenbedingungen für eine grenzüberschreitende
Ausstrahlung des Standortes sind inzwischen wieder eingetreten.
Das Problem liegt nur noch bei den post-traumatischen Störungen in den Köpfen
der Deutschen. Das betrifft ganz besonders viele unter den deutschen Schullehrern,
wodurch es Massenphänomen wurde.
C. Unternehmerrolle und Kapitalbildung. (-'VAY-TRAU-b--)
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C.1. Wiederherstellung des Respektes gegenüber leistenden Unternehmern.
C.2. Unternehmern erlauben, Gewinne steuerfrei zu investieren - Kapitalbildung.
C.3. Unternehmen gegen überdimensionierten Proftwillen schützen.
Arbeitnehmern unterbinden, für ihr natürliches Profitinteresse über Gewerkschaften
die Wirtschaft bis hin zur Massenarbeitslosigkeit zu ruinieren.
C.4. Den ,,korporatistischen Sozialismus'', Erbe der
national- ,,sozialistischen''(!) Zeit, auslöschen:
Privilegien von Großwirtschaft und staatlich akkreditiertem Verbandswesen annullieren.
C.5. Alle normal-unternehmerischen Staatsunternehmen privatisieren.
Schluss mit diesen Postenschacher- Reservaten
für abgehalfterte Politiker - eine Fortschrittsbremse der Nation.
C.6. Die Macht den Experten statt den Bürokraten. Intelligenz ist das Kriterium.
Keine Postenverteilung mehr über Filz, Frauen- oder Männerquoten, Arbeitnehmer- oder Selbständigenquoten.
Nach vorne blicken und die Macht den Besten übertragen, nicht mehr den Raffiniertesten.
Schluss mit Filzokratie, ,,Amigo-ismus'' und Gruppenprivilegien.
C.7. Zukunftstechnologie-Experten unmittelbar finanzieren, nicht mehr ihre Parasiten.
C.8. Fördermittel- Entscheide durch Experten, nicht mehr
durch Verwaltungsangestellte, nicht mehr durch Businessplan-Abhaker.
C.9. Private Direktinvestitionen in technologie-orientierte Unternehmen anregen.
Eigene Anteilsplazierung durch jeden und alle ermöglichen und erleichtern.
Entsprechend geeignete Rechtsformen sollen ohne Eigenkapital
und für eine ganz niedrige Eintragungsgebühr zu gründen sein.
Eine Pflicht zu hohen Plazierungskosten (Prospekte, Nachweise)
soll entfallen für den Fall niedriger
einzusammelnder Gesamtsummen und nur weniger Anteilsinhaber.
Direktinvestition in kleinen Technologie-Unternehmen - auch bei
Aktienerwerb - soll den Investor zu deen eigenen Steuern steuerfrei stellen
oder steuerlich bevorzugen.
Die Marktbildung für solche Anteile (Nebenbörsen) soll staatlich unterstützt werden,
bis die marktbildenden Unternehmen autonom lebensfähig ist.
C.10. Wiedereinstellprogramme für Personen ab Alter 50.
Spitzenerfahrung zurück in die Angestelltenkulturen -
- und Recht auf Arbeit so lange, wie der einzelne will und kann.
Sonderprämien für Wiedereinstellung von Personen ab 50.
Nichtigkeit aller Vereinbarungen der Begrenzung der Lebensarbeitszeit.
C.11. Wagemut fördern: Haftungsfreistellung bei unternehmerischen Insolvenzen.
Durch Bürgschaftskassen und Kompensationskreise das Risiko
für Gläubiger und Banken weitgehend eliminieren.
D. Vom Gutmenschentum der Traumatisierten zur Leistungsgesellschaft,
die wieder genug Geld hat für echtes Sozialsein. (-'VAY-TRAU-b--)
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D.1. Beendigung der Privilegierung der sozialen Bedürftigkeit und der Schwäche.
Mehr soziale Hilfe für die wenigen wirklich Bedürftigen.
Fordernde Arbeit statt Beihilfen-Kultur für alle anderen.
D.2. Ent-Traumatisierung: Das weltweit einmalige
deutsche ,,Gutmenschentum'' endgültig lächerlich machen.
Die Deutschen von heute sind keinen Deut besser, edler, moralischer als die von 1935.
Wohl rund 95% der Bürger wohl aller Länder waren, sind und werden immer neu Mitläufer.
Glücklich das Land, dessen Geschichte nie zum Missbrauch der Mitläufermassen führt.
Die Scham der Menschen über die Fehlbarkeit der Menschen ehrt.
Diese Scham sodann aber für Deutschland, das eigene Land, zu reservieren,
dies ist der kollektive Fehler der deutschen Bürgermehrheit.
Die Lehre aus der NS-Zeit ist nicht, daß die Deutschen schlecht sind.
Die Lehre ist, daß die rund 5 % der Aktiven unter den Mitgliedern von
menschlichen Gruppen ständig wachsam sein müssen.
Es darf ihnen nie die Kontrolle über die anderen rund 95 % entgleiten.
Das NS-Regime war ein solcher Kontrollverlust der Vernünftigen gegenüber
den demagogischen Rädelsführern der -ismen jener Jahre.
D.3. Deutschland sollte den natürlichen Gruppenstolz auf Kultur und Nation nicht
mehr allein ,,auf Sportstadien entsorgen''.
Deutschlands Sportkult ist weltweit einmalig, und die Wurzel hierfür ist subtil.
Besser wäre, Gruppenstolz auf Kultur, Wissenschaft, Leistung und Nation wieder zu enttarnen
und in weisen Grenzen zu dulden.
D.4. Die Zukunft wagen... das Land und die Einstellungen der Mehrheit
durchgreifend wandeln.
Wichtig ist vor allem, daß bei Technologie, Wissenschaft und Wirtschaftsförderung
eine radikale Neuorientierung erfolgt:
Elitär, dynamisch, technologie-willig, freigeberisch zugunsten der Besten,
kompromisslos gegen Filzokratie, ,,Amigo-ismus'' und Gruppenprivilegien.
Z. Deutschland ist zu ent-traumatisieren von dem 30-jährigen Weltkrieg 1914-1945
- oder auch als Europäischer Bürgerkrieg der -ismen
und der Weltmacht-Ambitionen interpretierbar. (-'VAY-TRAU-A--)
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Hier folgt die Analyse der Traumatisierung. Dieser Abschnitt steht am Schluss.
Das ist ein Bruch mit der gegenwärtigen Vorliebe der Deutschen,
dem Jammern immer den ersten Platz einzuräumen.
Z.1. I. Weltkrieg 1914-1918: Traumatisiert - ohne eigne Schuld.
- Ein Krieg ohne Schuldige, eine Nation bestraft ohne Schuld.
- Ein Millionenheer der gefallenen Soldaten.
- Hungersnot während des Krieges und danach.
- - überlagert von einer schweren Grippe-Epidemie mit einer hohen Totenquote
in der aktivsten Altersgruppe.
- Die Leistung von ,,Reparationen'' zerstört die Wirtschaft, ruiniert nach dem Krieg jede Chance.
- Unterdrückung und Wirtschaftszerstörung im besetzen Herzstück der Nation (Ruhrgebiet).
- Untersagung von vorher blüherenden Wirtschaftszweigen.
- Verfall der deutschen Staatsschulden nach dem Krieg -
erster Verlust vieler deutscher Geldersparnisse.
- Wegen Reparationen: Inflation und dann Währungsreform
- zweiter Verlust fast aller Geldersparnisse.
- Verlust eines wesentlichen Teiles des Staatsgebietes.
- Menschenverachtende Verfolgungen der Deutschstämmigen
in einem wesentlichen Teil der verlorenen Gebiete.
- Straßenkämpfe zwischen Links und Rechts. Drohender Bürgerkrieg.
- - Endstatus 1929-1932: Ein bis zur Revolutionsbereitschaft traumatisiertes Volk.
Das Land wartet auf den Retter, ,,den erlösenden Messias, der das Paradies
auf Erden verspricht''.
Seinen herbeigesehnten ,,Messias'' empfängt das Volk ab 1933 mit Jubel.
Allerdings entpuppt er sich später als abweichend von den Erwartungen -
eine Mogelpackung.
Z.2. Traumatisiert durch den II. Weltkrieg:
Eigene Verluste durch die Taten anderer.
- 14 Millionen Vertriebene (Deutsche Staatsbürger und Deutschstämmige aus Ostmittel- und Osteuropa).
- Verlust der Vermögen der Vertriebenen.
- 7,5 Millionen Obdachlose.
- Etwa 2 Millionen deutsche Zivilisten verloren gewaltsam ihr Leben:
0,7 bis 1,7 Millionen bei der Vertreibung,
0,5 bis 0,6 Millionen bei den Bombenangriffen auf deutsche Städte
(statistische Zahlenangabe: 593 000).
etwa 0,25 Millionen bei der Eroberung des Deutschen Reiches ab Herbst 1944.
- Etwa 5 Millionen gefallene Soldaten:
3,2 Millionen beurkundet durch die
Wehrmacht 1939 bis zur Kapitulation 1945.
0,5 Millionen seither zusätzlich beurkundet.
Des weiteren die ,,noch Vermissten'' und die nicht Erfassten.
Ein Viertel der 5 Millionen Toten ist den Monaten Januar bis Mai 1945 zuzurechnen.
- 5 bis 10 Jahre lang gepeinigte Kriegsgefangene in Russland.
- Verlust eines wesentlichen Teiles des nationalen Territoriums.
- Verlust der meisten Geldersparnisse und Anwartschaften.
- Untersagung von vorher blüherenden Wirtschaftszweigen.
- Freiwillige oder zwangsweise Emigration eines wesentlichen Teiles
der Wissenschaftler-Elite.
- Demoralisierung durch zerstörte Großstadtzentren. Zu etwa 40 % war der Wohnraum in
Deutschlands Städten zerstört oder unbenutzbar. Etwa 20 % sämtlicher Wohnungen
auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches waren im Mai 1945 zerstört oder unbenutzbar.
- Praktisch ausgelöschte Städte mit Zerstörungsquoten nahe 100
Düren (bei Aachen) 99%, Bocholt 89%, Hanau 89%.
- Am schwersten betroffene Großstädte: Köln 70%, Dortmund 66%, Duisburg 65%,
Dresden etwa 60%.
- Sommer 1945 war das deutsche Eisenbahnnetz zu 98 % außer Betrieb.
Vor allem Knotenpunkte und Verschiebebahnhöfe waren beschädigt.
- Durch Besatzungsmächte der politischen Identität beraubt.
- Jahrelang Hunger und extreme materielle Not für ein Drittel der Bevölkerung.
- Es gibt Kreise, die prägten für diese Kombination der Ereignisse
das Wort ,,Befreiung''.
Für die Verfolgten und für die Gegner des Regimes ist dies Wort wahr.
Für die anderen war es ein verlorener Krieg.
- Gab es militärische oder politische Alternativen für die Siegermächte
mit weniger Leid für die Menschen?
Während des Krieges? Nach dem Krieg?
Die Erörterung hierzu erfolgt zwischen Historikern. Sie soll nicht in dies Dokument
hineingetragen werden.
Z.3. Traumatisiert durch den II. Weltkrieg:
Gefühl der Mitverantwortung für eigene Taten.
- Der II. Weltkrieg wandelte sich von einer Rückeroberung der Nationalen
Einheit Deutschlands (,,Rückgängigmachen des I. Weltkrieges'')
zu einem von vornherein geplanten Wahnwitz.
Schon rein militärisch gesehen war es ein von vornherein untauglicher Versuch.
die Weltherrschaft erobern zu wollen.
Versäumten Bürger ihre Widerstandspflicht gegen das Regime? Ab wann?
Letztlich sicherlich bereits vor 1933.
- Vergleiche zur Veranschaulichung der Einmaligkeit der Traumatisierung:
45 bis 50 Millionen Menschen verloren durch den II. Weltkrieg allein in Europa
das Leben. Es ist damit (einstweilen) ohne jeden Zweifel die bei weitem mörderischste
Schlacht der Zivilisationsgeschichte.
- Der 30-jährige Krieg 1618-1648 steht an zweiter Stelle.
- Die sonstigen wesentlichen Leidereignisse der Geschichte sind andersartig:
die Pestepidemie, die Behandlung der Eingeborenen (Amerika, Afrika),
die verschiedenen Völkerwanderungen, die verschiedenen Genocide.
- Zu verweisen ist auch auf die etwa 80 Millionen Toten
,,im Namen des Kommunismus'', vor allem in China und in Russland.
- Eine exakte Zahl der Toten des II. Weltkrieges ist nicht bekannt. - Eine andere häufig zitierte
Analyse der Opfer im Lauf des 20. Jahrhunderts lautet:
- Etwa 40 Millionen Opfer des Rechtsextremismus;
- Etwa 80 Millionen Opfern ,,im Namen des Kommunismus''.
Wie man das genau definierte, bleibe dahingestellt. Jedenfalls decken
sich die Größenordnungen der verschiedenen Leidvolumen- Schätzungen.
- 61 Staaten sind während des II. Weltkrieges offiziell in Kriegszustand.
Weltweit nur etwa 20 unabhängige Staaten bleiben offiziell ,,neutral''.
- Vom Holocaust wird in Deutschland derart viel gesprochen,
daß das kollektive heuchlerische Gutmenschentum sich den
Symptomen einer kollektiven psychischen Kranheit nähert.
Denn selbstverständlich würden die meisten Normalbürger von heute sich mindestens genauso
ängstlich untätig oder auch applaudierend verhalten wie damals.
In Sachen Staatskriminalität braucht der Staat sich um das Mitläufertum
von fast 100 % der Bürger nie Sorgen zu machen.
Das ist vielleicht leider so für alle Völker, alle Staaten.
- Die Kriminalität gegenüber dem Heer der Zwangsarbeiter wird zu wenig
mitgedacht. Insgesamt 4,2 Millionen ,,displaced persons'' zählten allein die
West-Alliierten bei Kriegsende im Mai 1945.
Vowiegend waren es Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und befreite KZ-Häftlinge.
Es waren derart viele - die Versorgung und Rückführung war ein echtes logistisches
Problem der Besatzungsmächte. Die Lösung des Problems erforderte viele Monate.
- Durch den II. Weltkrieg starben etwa 26 Millionen Menschen
der Völker, die für und mit Russland am Krieg teilnahmen.
Dies wird zu wenig mitgedacht.
Sind es gewissermaßen auch im Angedenken noch heute ,,Untermenschen''?
Bezogen auf die Bevölkerungszahl verlor Russland etwa ebenso viele
Menschen wie Deutschland.
Es bleibt allerdings eine für immer offene Frage, ob der Krieg gegen Russland ohnehin
unvermeidbar war, also auch ohne den II. Weltkrieg von Russland ausgegangen wäre im Sinn eines Ideologie-Krieges.
- Die Misshandlung der russischen Kriegsgefangenen wird unverändert zu wenig erörtert,
verglichen mit den Opferzahlen anderer Opfergruppen.
Sind es gewissermaßen auch im Angedenken noch heute ,,Untermenschen''?
- Fast vergessen ist die Ausbeutung der besetzten Staaten: Um den Lebensstandard
daheim hochzuhalten, mussten viele in den besetzten Gebieten verhungern.
Das geschah auch unmittelbar vor der eigenen Haustür des Deutschen Reiches.
Um zu wissen, wo zum Beispiel, genügt es, mit Niederländern zu sprechen.
- Die erst nach Jahrzehnten intensiver erörterte
Massenmord- Kriminalität im besetzten Osteuropa
gehört zum Schändlichsten, was vorstellbar ist. Sie bediente sich der
Mitwirkung ,,normaler'' deutscher Bürger für ihre Alltagslogistik.
Wer diese Mitwirkung ablehnte, riskierte nur die Versetzung mit etwas weniger Gehalt.
Es mangelte diesen Diensten trotz gewisser derartiger ,,Ausfälle'' nie an ausreichend
vielen ,,normalen'' Mitarbeitern aus ,,normalen'' bürgerlichen Berufen.
Z.4. Traumatisiert durch das Bewusstsein der Versagens der Justiz in der NS-Zeit.
Bei der Staatsverwaltung waren die Probleme halbwegs steuerbar.
Wer ein Gegner war unter den Bediensteten
in deutschen Amtsstuben, der hob die Hand zum Hitlergruß müde und gequält,
nicht zackig. Das waren sehr viele - eine echte Gegenmacht.
- Für müden Hitlergruß ist wohl kein einziger Bediensteter entlassen worden.
Der müde Handgruß war wichtiges Erkennungszeichen für Besucher.
- Innerhalb der Behörden unter Kollegen war wie üblich sowieso klar,
wer für das Regime war, wer dagegen.
- Der Besucher wusste durch das Handsignal, auf wen Verlass war, und konnte seine
Streit- Strategie entsprechend ausrichten.
Extremes Behördenunrecht wurde durch die internen Gegenkräfte in den Ämtern oft recht gut verhindert.
Sehr viel gefährlicher war die Justiz, weil ohne Verhandelbarkeit.
Besonders schwer wiegt die historische Schuld der deutschen Justiz.
Deutsche Staatsbürger konnten vom Regime im wesentlichen nur verfolgt werden im Fall
aktiver Bereitwilligkeit der Justiz und der justiznahen Staatsverwaltung.
Wohl kein Richter der NS-Zeit ist seines Amtes enthoben worden, wenn er seine
urteilende Mitwirkung zu Nazi-Straftaten verweigerte.
Sein einziges Risiko war Verlust von Karrierechancen.
Das Nazi-Regime wäre nie zu seiner extremen Kriminalität entartet,
hätten die Experten des Rechts und der Wahrheit und Würde
durch Verweigerung der Folgsamkeit global den Anfängen gewehrt.
Wieso versagte die Justiz?
Mit der raschen Entfernung der Juden aus dem Justizleben
hatten sehr viele Deutsche
persönlich profitiert durch einen plötzlichen Karrieresprung nach oben
und zu mehr Geld
- Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte.
An Dank von ihnen gegenüber dem Regime fehlte es sodann nicht.
Am schlimmsten zu ertragen war für viele deutsche Verfolgte der NS-Zeit
diese Kriminalität eines Teiles der Justiz:
Das Schwinden des letzten Vertrauens auf formales Recht -
die Justiz verlieh der staatlichen Kriminalität die Endgültigkeit.
Einem Arbeiter ohne erweiterte Ausbildung
mochten die deutschen NS-Zeit-Verfolgten sein Mitläufertum letztlich vergeben.
Die Nazi-Rabauken waren sowieso ein hoffnungsloser Fall.
Nie vergeben haben aber viele NS-Zeit-Verfolgte ihr Leben lang
dem versagenden Teil der studierten Juristen der Justiz.
Von diesem Teilversagen seiner Justiz ist Deutschlands Gesellschaft
bis heute traumatisiert. Das ständige Anzweifeln des Rechtsstaates bei
allen passenden und unpassenden Gelegenheiten hat hier eine komplexe Ursache.
Die Diskussion über Rechts-Positivismus ist ein zu schwaches Analyseinstrument für
die Unvorstellbarkeiten, die im Namen des deutschen Rechts von ausgebildeten
Juristen für anwendbar betrachtet wurden während der NS-Zeit.
Ein jahrhundertelanger Aufbauprozess der juristischen Logik wurde in seinen Grundfesten
erschüttert. Es wird Generationen dauern,
in Auswertung dieser Erfahrung endgültige Antworten zu gestalten.
Denn das deutsche Justizsystem trägt immer noch viel von diesem Unrechtspotential in sich.
Z.5. Traumatisiert durch das Bewusstwerden der Fähigkeit von fast jedermann zur
menschenverachtenden Kriminalität.
Erst Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkrieges und nach dem Ende der
,,kommunistischen'' Dilletanten-Diktaturen vervollständigt sich das Bild der Kriminalität
und verschwinden die Barrieren gegen die offene Erörterung.
In allen Völken, deren Bürger wesentlich an der Ausführung beteiligt waren,
wird eine ganz besondere weitere Form der Traumatsierung zunehmend erkennbar.
In diesen Völkern geht in das kollektive Bewusstsein ein,
daß fast jedermann zu Kriminalität bereit ist.
Nötig ist nur, daß er eingebunden wird in eine Ausführungs-Hierarchie.
Diese legitimiert ihre Kriminalität durch gemeinsamen Vollzug.
Im Extremfall von Massenmord vergessen die Mörder, daß sie tun,
was sie in ihrem redlichen zivilen Beruf niemals hätten denken können - sie morden.
Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden verdrängt durch Effizienzdenken:
Wie man durch Teilnahme seine Karriere schützt und sein Einkommen,
mit welcher Technik man das Maximum von Tötung pro Stunde erreicht
und mit dem geringsten Aufwand für Körperbeseitigung...
In den Völkern, in denen es geschah - vor allem Deutschland, Russland, China, Japan - ,
entsteht hierdurch eine sehr komplexe Traumatisierung: Die Wahrheit über die brutale Natur
des Menschen zu erfahren und mit ihr zu leben lernen.
Diese Wahrheit ist unvereinbar mit der gesitteten realen Welt.
Die Angehörigen dieser Zivilisationen wollen ihr Gutsein nun erst recht unter Beweis stellen.
Die allgemeine Verbreitung des neuen Ausdruckes ,,Gutmenschen'' belegt das Phänomen.
Die Wahrheit aber ist ständig im Bewusstsein präsent:
Praktisch alle Mitbürger sind manipulierbar für Kriminalität.
- Und man selbst vielleicht auch? - Immerhin gibt es vielleicht ein Drittel,
die nein sagten, und das meist ohne Risiken.
Und es sind meist nur sehr rund gerechnet etwa 5 % der Bürger, die sogar Widerstand versuchten...
Also gehört man sicherlich zum besseren Drittel, ja sicherlich sogar zu diesen 5% - oder nicht?
Wie kann man das wissen? - Worin unterscheiden sich die Neinsager von dern anderen?
- Sicherlich nicht durch gehobene Ausbildung. -
Wodurch sonst wird man also zum Neinsager gegen kollektive Massenkriminalität?
Zu erinnern ist wieder an die Erfahrung, daß bei Kriegsbeginn aus vielen der bisherigen
Pazifisten gegen jeden Krieg plötzlich Freiwillige werden zum Kampf für echte oder aber
vermeintliche Werte. Da nur der Pazifismus oder aber nur der Krieg richtig sein kann,
zeigt dies die Manipulierbarkeit gerade der Idealisten.
Das heisst nicht, daß die durch Idealismus besonders Begeisterungsfähigen
auch für Kriminalität manipulierbar wären.
- Oder doch? - Die Traumatisierung liegt darin, daß derartige Fragen, die sonst
nie gestellt werden, bewusst geworden sind in den Zivilisationskreisen,
die bei der Massenkriminalität der letzten 100 Jahre Teilnehmer waren.
Es wird verdrängt, daß der Glaube in die Menschheit zu einem wesentlichen Teil erloschen ist,
weil man dann auch sich selbst in Frage stellen müsste.
Z.6. Traumatisierungen von Völkern: 200 Jahre Belastungsdauer?
Hat erst der Erste Weltkrieg in Deutschland die Bezugnahme auf den 30-jährigen Krieg 1618-1648 überwiegend aufgehoben? Oder kann die Überwindung bereits auf etwa 1848, also 200 Jahre nach dem Ereignis, angesetzt werden?
Wie lange benötigen traumatisierte, aber nicht ausgelöschte Völker und Volksgruppen für einen weitgehenden Abbau der Traumatisierung? - Man denke an Armenier, Juden, durch den Kolonialismus ausgelöschte Staaten und Volkseinheiten in Afrika, ferner die Einbindung der arabischen Staaten in den Vielvölkerstaat Türkei.
Bis Deutschland seine Traumatisierung überwunden haben wird, wird die Welt vermutlich globalisiert sein und sich vermutlich nicht mehr in Nationen, Völkern und ethnischen Gruppen, sondern vielleicht in etwa 10 Kulturkreisen definieren. Damit kann man die nationalstaatlichen Gesichtspunkte vernachlässigen und die Fragen von Wissenschaft, Wirtschaft und Kulturschaffen in den Vordergrund stellen.
Genau das erfolgte deshalb zu Beginn dieses Textes als Rezept der Enttraumatisierung.
Internet-Adresse dieses Textes :
vox7.com/vay-trau.htm
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Weitgehende Löschung der langen textlichen klar gegliederten Analysen auf vox7.com erfolgte Anfang 2009. Von bis zu 20 Seiten langen Texten pro Thema sind meist nur Titel und minimale Reste verblieben. Vorher 2003...2009 war ausführliche wissenschaftlich rationale Definition für Optimalpolitik auf vox7.com. Löschungsgrund war fehlende finanzielle Förderbereitschaft seitens der Bürger, siehe die Startseite vox7.com
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